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Rudower Magazin

Seebestattung

Oktober 2011

Rudow diente als Kulisse für den Kurzflm „Seebestattung“

Für einige Tage Anfang September zog durch Rudow ein Hauch von Hollywood, oder etwas realistischer war es nur ein Hauch aus Kreuzberg, aber immerhin, es ging um das Drehen eines Filmes.

Dominik Balkow, selbst Rudower aus der Raduhner Straße, hatte den beschaulichen Stadtteil für seine Kurzfilmproduktion „Seebestattung“ gewählt, ein Film der als Abschlußarbeit für das Studium an der Filmakademie Kelle in Kreuzberg gedacht ist und für den Dominik Balkow als Drehbuchautor und Regisseur verantwortlich zeichnete.

In dem Film geht es um die Themen Geschwisterliebe und die Schuldfrage am Tod des Vaters und wie die beiden jugendlichen Hauptfiguren „Fabian“ & „Larissa“ unterschiedlich damit umgehen.

Und auch, wenn es nur eine kleine Produktion ist, gedreht wurde wie bei den ganz Großen. So bestand das Team aus insgesamt 16 Personen und die beiden Hauptdarsteller waren aus rund 100 Bewerbern hervorgegangen, von denn rund 20 dann auch gecastet wurden. Die Ausrüstung für den Dreh hat einen Wert von über 120.000 Euro und wurde für die Filmwoche angemietet und in Privatfahrzeugen hin- und hergefahren.

Bei soviel Aufwand ist auch klar, daß alles gut geplant werden mußte. So dauerte die Überarbeitung des Drehbuches fast ein halbes Jahr und seit Anfang Juli begann Dominik zusammen mit Mutter Andrea als Produktionsleiterin an den Details der Planung zu arbeiten.

Jede Kleinigkeit wurde versucht, im Vorfeld zu durchdenken und zu planen. Für die Finanzierung gingen einige Zuschüsse der Familie und das Gesparte des eigenen Zivi- Gehaltes drauf. Aber das ist es dem jungen Rudower wert, ist doch das Filmen das, was er am meisten liebt. Wobei man durchaus erwähnen sollte, daß Schauspieler und Team ohne Honorar an dem Werk arbeiteten.
„Rudow als Hauptdrehort stand für mich schnell fest“, erzählt Dominik, „da ich eine schön-sommerliche und gleichzeitig sehr grüne und ruhige Umgebung für  meine Dreharbeiten haben wollte“. Die ersten beiden ersten Drehtage fanden allerdings in Prieros südlich von Berlin statt.

Dort entstanden die ersten Aufnahmen für die Rahmenhandlung des Filmes, „da ich ein verwildertes Familien-Sommer-Haus am Wasser für meine Geschichte benötigte“. Der aus Rudow stammende Sohn der Besitzer und alter Schulfreund von Dominik „war so nett uns dort für ganze zwei Tage das Ferienanwesen der Familie an der Dubrow auf den Kopf stellen zu lassen“.

Anschließend ging es für die nächsten drei Tage mit dem ganzen Team und dem Equipment in den Bauernbusch nach Rudow. Ein sonnendurchflutetes Wohnzimmer, die Küche, ein Flur und ein großes Schlafzimmer dienten den drei Darstellern, Wencke Synak, Jan Amazigh Sid und Matthias Friedrich als ihr Vater, von Freitag bis Sonntag als „Spielwiese“. Besonders der letzte Drehtag war für das 14köpfige Team rund um Dominik und seine Kamerafrau Antje Heidemann, die ebenfalls Studentin an der Filmakademie Kelle ist, eine starke physische und psychische Belastung, da die Temperatur im großen Schlafzimmer durch die Scheinwerfertechnik von Oberbeleuchter Martin Rettschlag und die vielen im Raum befindlichen Personen, auf bis zu 45 Grad anstieg. „Schweißgetränkt schlugen wir an diesem Abend gegen 22 Uhr die letzte Klappe des Filmes“.

Derzeit ist der Film beim Schnitt und soll danach durch Studenten der UdK vertont werden. Falls alles rechtzeitig klappt, will Dominik Balkow den Film beim Berlinale-Kurzfilmfestival einreichen. Erst danach wird der Film wohl über CDs oder im Internet zu sehen sein. Mehr über Dominik Balkow und die Clips, die er bisher schon gedreht hat.

Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion

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